Konzert im Aukloster

Sonntag, 28.08.2022 | 16:00 Uhr

Aukloster Monschau

Eintritt frei

 

Programm:

  1. Malcom Arnold: Oboenquartett op. 61
  1. Gideon Klein: Streichtrio (1944)
  2. Rebecca Clarke: Lullaby und Groteske (1918)
  3. Hans Krasa: Tanz (1943)
  4. Hans Krasa: Passacaglia und Fuge (1944)
  5. Witold Lutoslawsky: Bukoliki
  6. Jean Francaix: Trio (1933)

Zu den Werken

Malcolm Arnold (1921-2006) war ein britischer Komponist und Oscar-Preisträger. Geboren in Northampton, studierte er Komposition bei Gordon Jacob und Trompete bei Ernest Hall. Er arbeitete vor allem als Filmkomponist, war aber auch sonst durch seinen zugänglichen Personalstil erfolgreich. Das Oboenquartett ist 1957 für Leon Goosens und das Carter String Trio entstanden.

Gideon Klein (1919-1944) war ein tschechich-jüdischer Komponist und Pianist. Geboren im mährischen Prerov, wuchs er in Prag auf, wo er auch Klavier und Komposition studierte.!941 wurde er ins Lager Theresienstadt deportiert. Dort kümmerte er sich intensiv um das Konzertleben, spielte Klavier, schrieb Noten aus dem Kopf und komponierte. Das Streichtrio ist sein letztes Werk, bevor er nach Auschwitz deportiert wurde.In dem Streichtrio zeigt sich ein hohes handwerkliches Können und eine musikalische Reife weit über seine Jahre hinaus.

Rebecca Clarke (1886-1979), amerikanisch-deutscher Abstammung, war die bedeutendste britische Komponistin der ersten Hälfte des 20. Jhds. Sie studierte Geige bei Hans Wessely, dann Bratsche bei Lionel Tertis und Komposition bei Charles Stanford. Ab 1910 arbeitete sie als Solistin und Kammermusikerin. Mit der Cellistin May Mukle zusammen war sie zu Tourneen unterwegs.

Hans Krasa ( 1899-1944) war ein tschechisch-jüdischer Komponist. Geboren in Prag, studierte er Komposition bei Alexander von Zemlinski und in Paris bei Albert Roussel. Zurück in Prag, widmete er sich vor allem der Opernkomposition. 1942 wurde er ins Lager Theresienstadt deportiert, wo er Leiter der Musikabteilung wurde. Die Streichtrios entstanden dafür. Hans Krasas Musiksprache beinhaltet viele verschiedene Elemente. Einmal das spätromantisch-expressive Erbe, vermischt mit französischem Esprit und rhythmischer Prägnanz. Dann aber auch den Hang zu Ironie und Groteske.

Witold Lutoslawski (1913-1994) war ein bedeutender polnischer Komponist. Er schrieb die Bukoliki 1952 ursprünglich für Klavier. Sie beziehen sich auf Volkslieder aus der kurpischen Region, Lutoslawski verwendet aber sein ganz eigenes Verfahren der metrischen Schichtungen. Die Version für Bratsche und Cello geht auf eine Anregung des Cellisten Piatigorski 1962 zurück, gelangte aber erst 11 Jahre später zur Uraufführung.

Jean Francaix ( 1912-1997) ist einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Geboren in Le Mans als Sohn des Leiters der Musikschule und einer Sängerin und Pianistin, zeigte er schon früh außergewöhnliche Begabung. Im Alter von 10 Jahren bekam er Unterricht in Komposition bei Nadia Boulanger, die eine mütterliche Freundin wurde. Im Jahr 1933 komponierte er noch als ihr Student das Streichtrio für das Pasquier-Trio, das dieses Werk über tausend Mal in Konzerten spielte. Das Streichtrio zeichnet sich aus durch rhythmische Prägnanz, Eleganz der Faktur, subtile Harmonik und einen ganz eigenen Witz.

Das Trio 2. Version wurde 2021 in Köln gegründet. Es nutzte zunächst die freie Zeit während der Corona- Beschränkungen, um ein Repertoire aufzubauen und ein Stück des Komponisten Hartmut Schmidt auf Youtube zu veröffentlichen. Inzwischen war es aber auch schon bei Konzerten zu hören. Nähere Informationen kann man auf der Internetseite finden: https://utaniessner.de/triosecondversion .

Das Trio wird für dieses Konzert ergänzt von dem Kölner Oboisten und Tonmeister Georg Bongartz.

 

Dieses Konzert wird gefördert vom Ministerium für Kultur des Landes NRW und dem Landesmusikrat.

https://www.utaniessner.de/