Das Bild zeigt das Monschauer Rathaus. Ein großes Gebäude mit heller Fassade und Blumen in den Kästen auf dem Balkon.

Stolpersteine

Bild von einem Stolperstein in Monschau

Einleitung zum Verlegen von Stolpersteinen in Monschau, Höfen und Konzen

Seit 1992 ist der Künstler Gunter Demnig mit dem Projekt KunstDenkmal STOLPERSTEINE in Deutschland und dem europäischen Ausland unterwegs. Dabei setzt er im öffentlichen Raum pflastersteingroße Betonblöcke mit eingegossenen Messingplatten auf Gehwegen und Plätzen ein. Seine Intention ist es, auf diese Weise eine Form des „individuellen Gedenkens“ zu schaffen und die Namen von NS-Opfern „wieder in die Straßen und Städte“ zurückzuholen, wie es auf der STOLPERSTEINE-Homepage heißt. Die goldglänzenden Platten sind daher mit Daten zur Lebens- und Leidensgeschichte der einzelnen Personen versehen.

Zunächst galt Demnigs Aktion den Menschen jüdischen Glaubens. Mit der Zeit kamen weitere verfolgte Bevölkerungsgruppen hinzu. Heute kann auf diese Weise Aller gedacht werden, die unter dem menschenverachtenden Regime des Nationalsozialismus zu leiden hatten.

Bis Januar 2025 gab es keine STOLPERSTEINE in Monschau. Das lag zum einen daran, dass sich im heutigen Stadtgebiet weder zur NS-Zeit noch davor jüdische Einwohner nachweisen lassen. Zum anderen begann erst mit den Publikationen von Dr. Dieter Lenzen zu Zwangsarbeit (2018) sowie zu Zwangssterilisationen und Euthanasie (2021) eine Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen im Monschauer Land und ihren Opfern.

Neue Stolpersteine in Monschau erinnern an NS-Opfer

Fünf neue Stolpersteine wurden in Monschau verlegt, um an die Schicksale von Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu erinnern. Der Künstler Gunter Demnig setzte die Gedenksteine vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Verfolgten. Jeder Stein trägt den Namen eines Opfers und soll die persönliche Geschichte sichtbar machen.

Erinnerung an die Opfer

Die Verlegungen fanden in der Monschauer Altstadt sowie in den Stadtteilen Konzen und Rohren statt. Unter den Geehrten sind unter anderem:

  • Maria Zielinska, eine polnische Zwangsarbeiterin, die nach einer falschen Anschuldigung in einer Pflegeanstalt starb.
    Stadtstraße 18 in Monschau
  • Walter Gerards, als „schwer erziehbarer“ Jugendlicher Opfer der NS-Euthanasie.
    Oberer Mühlenberg 7 in Monschau
  • Rosalie Spepichka, die für einen angeblichen Diebstahl starb.
    Eschbachstraße 11 in Monschau
  • Emil Blumensath, der wegen „Fahnenflucht“ hingerichtet wurde.
    In den Gassen 10 in Monschau-Konzen
  • Katharina Lauscher, die wegen angeblichem „Verkehr mit Polen“ ins KZ gebracht und dort ermordet wurde.
    Katholische Kirche St. Cornelius in Monschau-Rohren

Bedeutung der Stolpersteine

Monschaus Bürgermeisterin Carmen Krämer betonte die Notwendigkeit, sich aktiv an die Vergangenheit zu erinnern, um eine Wiederholung der Fehler zu vermeiden. Antragsteller Dr. Dieter Lenzen rief dazu auf, auch die Täter kritisch zu betrachten. Besonders hervorgehoben wurde der Fall des ehemaligen Ortspolizisten Winand Gerards, dessen Verstrickung in die NS-Ideologie lange unbeachtet blieb.

Fazit

Die neuen Stolpersteine sind Teil der weltweit größten dezentralen Gedenkstätte und sollen das Bewusstsein für die Verbrechen der NS-Zeit schärfen. Die emotionale Zeremonie zeigte, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und gleichzeitig Lehren für die Zukunft zu ziehen.