Auszeichnung

Rheinlandtaler

Heimatforschung, Naturkunde, Mundartpflege: Das Lebenswerk von Günter Krings aus Dedenborn lässt sich kaum in wenige Worte fassen. Nun hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) dem 86-Jährigen den Rheinlandtaler in der Kategorie Kultur verliehen – eine der renommiertesten Auszeichnungen für bürgerschaftliches Engagement im Rheinland.

Vorgeschlagen wurde Krings einstimmig von der Arbeitsgemeinschaft der Nordeifeler Heimatvereine. Der Preis wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderer Weise für Kultur und Gesellschaft im Rheinland einsetzen.

Monschaus Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer überbrachte bei der Verleihung persönlich ihre Glückwünsche – und brachte dabei auf den Punkt, was viele empfinden: „Denn Hand aufs Herz: Wie viele von uns wissen schon genau, was vor 200 Jahren in Monschau und Umgebung passiert ist? Oder wie ein bestimmter Flurname entstanden ist? Oder wie unsere Großeltern bestimmte Dinge genannt haben? Spätestens an dieser Stelle merkt man: Ohne Menschen wie ihn würden viele dieser Geschichten, Begriffe und Traditionen irgendwann einfach verloren gehen. Und genau deshalb ist das Engagement von Menschen wie dir so wertvoll." Und weiter: „Sie bewahren ein Stück Seele unserer Heimat."

Krings, gebürtiger Konzener und seit 1968 in Dedenborn ansässig, hat im Laufe seines Lebens ein beeindruckendes Werk aufgebaut. Für sein Ortsfamilienbuch Konzen wertete er Kirchenbücher aus, deren älteste Einträge bis ins Jahr 1637 zurückreichen. Parallel dazu pflegt er die Mundart der Region, engagiert sich seit Jahrzehnten als Vogelkundler und Exkursionsleiter und arbeitet derzeit an der Geschichte rund 150 alter Häuser in Konzen.

„Wir brauchen Menschen, die nicht nur fragen: ‚Was bringt uns morgen weiter?' sondern auch: ‚Wo kommen wir eigentlich her?' Denn nur wer seine Geschichte kennt, kann seine Zukunft bewusst gestalten", sagte Bürgermeisterin Dr. Krämer in ihrer Rede.

Die Stadt Monschau gratuliert Günter Krings herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung.